Wer im Rhein-Main-Gebiet lebt, hat irgendwann Bekanntschaft geschlossen mit der 'Frankforter Grie Soß'. Und wer länger dort lebt, meistens auch selbst ausprobiert, sie herzustellen und zu verfeinern, um nicht mehr von manch merkwürdigen Fertigprodukten abhängig zu sein. Was gibt es im Frühling Besseres, als die berühmten 7 Kräuter, die wohl größtenteils noch auf Frankfurt-Oberrads Feldern produziert werden und in der regional bekannten Pergamentverpackung in jedem Gemüseladen zu erwerben sind, in dieser köstlichen Form zu genießen?
Vorab nun ein Bild unseres heutigen Festmahls - das Rezept steht unter dem Foto, sofern Bedarf besteht.

Hier ist es: Dazu benötigt werden 7 Kräuter, wie es sie in der Frankfurter Gegend schön verpackt in Pergament-Papier beim Gemüsehändler gibt, das sind: Petersilie (höchstens 1/3 der Gesamtmenge, besser 1/4), viel Schnittlauch, zwei Handvoll Kresse, Kerbel, etwas Pimpernell, einige Blätter Borretsch und wenige Blätter Sauerampfer. Gewaschen, gut getrocknet und geputzt bleiben etwa 250 gr oder etwas mehr übrig.
Dann rühre ich eine Soße aus einem großen Becher saurer Sahne (von 10 % bis Creme fraîche ist da alles erlaubt), gebe 250 gr Naturjoghurt 1,5 % daran, sowie etwa 100 gr Magerquark, dann höchstens 1 knappen TL Salz, Pfeffer, Muskat, Paprika, 2-3 EL Zitronensaft, 3 EL Leinöl (oder natives Rapsöl oder Sonnenblumenöl), 1 EL Sojasoße und 1/2 TL Honig und vermische alles gut. Dazu gebe ich die grob zerzupften Kräuter und derzeit auch noch einige zarte Blätter Liebstöckel aus meiner Kräuterecke vorm Haus und püriere (ohne Schnittlauch!) alles sorgfältig durch, das dauert etwa 2 Minuten. Dann schneide ich die Schnittlauchröllchen, und 2 hart gekochte Eier werden gehackt und alles untergerührt (Eiweißallergiker lassen sie einfach weg und nehmen 1 - 2 EL Magerquark mehr) - fertig! Eine Variante mit 1 TL Meerrettich oder 1 TL Senf gibt es auch manchmal. Auch Reste von Buttermilch oder Kefir habe ich schon mitverarbeitet. Aber oben steht mein bewährtes Standardrezept.
Danach setze ich die Pellkartoffeln auf, und wenn diese gar und geschält sind, ist die wunderbare grüne Soße auch schon durchgezogen und fertig zum Verputzen, zwei weitere hartgekochte Eier und etwas Rohkost komplettieren das Gericht für 2 Personen. Die andere Hälfte kann man am nächsten Tag gut gekühlt zu gekochtem Rindfleisch, Gemüse und Bratkartoffeln reichen oder auch Reste als Salatsoße verwenden, schmeckt wunderbar. Guten Appetit!